Chronik Rintheimer Bahnhöfle

Nach langem Suchen fanden die Bundesbahn-Kleingärtner Rintheim diesen Eisenbahnwaggon , der kein geringerer als der ehemalige Salonwagen des Königs von Jugoslawien – Peter Alexander des 1. – war; dieser lies den Wagen 1928 in der Howaldswerft bauen.

1929 wurde er an den Königshof ausgeliefert und diente dort bis 1934 als Salonwagen. Im Jahre 1934 fiel König Peter Alexander 1 , der sich in Marseille in Frankreich aufhielt, einem Mordanschlag zum Opfer. Der sterbende König wurde auf der Dubrovnik von Marseille bis Jugoslawien in  seine Heimat zurückgebracht, die er aber nicht mehr lebend erreichte. Mit diesem Wagon wurde der König zu seinem Bestattungsort Oplenac, Topola, Serbien gebracht.

Von nun an hatte der Wagen einen neuen Besitzer, den Prinzregenten Paul; er war bis zum 25. März 1941 an der Macht und bereiste in dieser Zeit viele Länder mit diesem Wagen.

Die Kriegswirren führten zu einer Besitzveränderung, 1941 wurde der Wagen nach Deutschland überführt und diente als Generalstabswagen in höchster Ebene.

Nach Kriegsende war der Waggon dann im Besitz der Besatzungsmacht, die ihn bis 1957 nutzte, dann ging er in das Eigentum der Deutschen Bundesbahn über und wurde dort in den Leihwagenpark eingestellt. So kam es, dass ihn Konrad Adenauer im Jahr 1965 als Wahlkampfwagen nutzte und mit ihm, der ja noch mehr als stattlich ausgerüstet war, die Bundesrepublik Deutschland bereiste.

Nach etlichen weiteren Jahren im Leihwagenpark, in denen er noch viele “Größen” beherbergen durfte, kam der Wagen in den Dienstwagenpark der Deutschen Bundesbahn. D.h. von da an wurde er als Herberge für Eisenbahningenieure des Brückenbaus genutzt; der Heimatbahnhof war München-Aubing.

Im Jahre 1979 zur Ruhe gesetzt und in Duisburg auf ein Abstellgleis gebracht, rostete er still und vergessen vor sich hin, bis wir kamen – die Bundesbahn-Kleingärtner Rintheim – und ihn aus seinem Dornröschenschlaf weckten.

Nach vielen, wohl überlegten Umbauten, entstand dieser Wagen, in dem Sie sich heute bewirten lassen und in netter Runde feiern können. Und denken Sie immer daran, hier in diesem Wagen, mit seinem original belassenen Salon, fanden Feste – vielleicht ähnlich wie Ihres- aber auch Schicksale statt, die man noch heute in Geschichtsbüchern nachlesen kann.